Perfekter Staat
Start · Probleme · Besteuerung digitaler Großkonzerne
03 · Wirtschaft, Forschung & Steuern · Problem 07/46

Gewinne großer Digitalkonzerne sind international schwer zu besteuern

ProblemfeldWirtschaft, Forschung & Steuern
Datenstand2025
Redaktionscheck29.09.2026
01 · Problem

Was ist das Problem?

Digitale Geschäftsmodelle können Umsätze in einem Land erzielen, während Gewinne steuerlich in anderen Staaten anfallen. Nationale Alleingänge stoßen deshalb schnell an Grenzen.

02 · Maßnahmen

Was der Staat tun kann

  1. 01

    Konzernberichte automatisch auf auffällige Gewinnverschiebungen, sehr niedrige Steuerquoten und hohe interne Lizenzzahlungen prüfen.

    Bund · Länder · EU
  2. 02

    Spezialisierte Prüfteams für konzerninterne Preise, Lizenzzahlungen und interne Finanzierungen einsetzen.

    Bund · Länder · EU
  3. 03

    Steuerdaten zwischen beteiligten Staaten automatisiert austauschen.

    Bund · Länder · EU
  4. 04

    Neue Digitalabgaben nur mit klarer Bemessungsgrundlage, Befristung und Prüfung auf Doppelbesteuerung einführen.

    Bund · EU
03 · Im Alltag

So könnte es im Alltag aussehen

Ein vereinfachtes Beispiel dafür, was sich durch die vorgeschlagenen staatlichen Maßnahmen praktisch ändern könnte.

Heute

Ein lokales Unternehmen versteuert seinen Gewinn vollständig in Deutschland. Ein internationaler Digitalkonzern kann Gewinne leichter zwischen Ländern verschieben, obwohl er hier viele Kunden hat.

Wenn die Maßnahmen greifen

Wenn Mindestbesteuerung und internationale Regeln konsequent angewendet werden, könnte ein größerer Teil der Gewinne dort besteuert werden, wo wirtschaftliche Aktivität stattfindet, und der Wettbewerb würde weniger von Steuerkonstruktionen abhängen.

Beispielhafte Alltagssituation. Die tatsächliche Wirkung hängt von Ausgestaltung, Finanzierung und Umsetzung ab.

04 · Andere Länder

Was andere Staaten bereits machen

Frankreich
Maßnahme

Frankreich hat eine nationale Digitalsteuer ( 3% auf bestimmte digitale Umsätze ) eingeführt, um die Zeit bis zu einer internationalen Einigung zu überbrücken.

Ergebnis

Dies hat den Druck auf die internationalen Verhandlungen erhöht und generiert bereits Einnahmen aus Online-Werbung, dem Verkauf von Nutzerdaten und Vermittlungsdiensten auf Online-Marktplätzen.

Übertragbar auf Deutschland

Bleibt eine international abgestimmte Lösung vorzugswürdig. Nationale Übergangssteuern können Einnahmen bringen, erhöhen aber Komplexität und Konfliktrisiken.

Großbritannien
Maßnahme

Großbritannien hat ebenfalls eine 'Digital Services Tax' (DST) eingeführt, die auf die Umsätze von großen sozialen Netzwerken, Suchmaschinen und Online-Marktplätzen abzielt, die von britischen Nutzern generiert werden. Die Steuer gilt für Unternehmen mit globalen Einnahmen über 500 Mio. Pfund und britischen Einnahmen über 25 Mio.

Ergebnis

Pfund.

Übertragbar auf Deutschland

Bleibt eine international abgestimmte Lösung vorzugswürdig. Nationale Übergangssteuern können Einnahmen bringen, erhöhen aber Komplexität und Konfliktrisiken.

OECD (globale Initiative)
Maßnahme

Die OECD/G20-Reform besteht aus zwei unterschiedlichen Säulen. Pillar Two führt für große internationale Konzerne eine koordinierte Mindestbesteuerung mit Ergänzungssteuern ein und wird in zahlreichen Staaten angewendet. Pillar One soll Besteuerungsrechte stärker zu Marktstaaten verlagern, ist im August 2026 aber noch nicht vollständig umgesetzt.

Ergebnis

Pillar Two begrenzt den Vorteil sehr niedrig besteuerter Gewinne und schafft gemeinsame Berechnungsregeln. Die offene Umsetzung von Pillar One erklärt, warum nationale Digitalsteuern weiterhin bestehen und internationale Konflikte nicht vollständig gelöst sind.

Übertragbar auf Deutschland

Bleibt eine international abgestimmte Lösung vorzugswürdig. Nationale Übergangssteuern können Einnahmen bringen, erhöhen aber Komplexität und Konfliktrisiken.

05 · Quellen

Quellen