Perfekter Staat
Start · Probleme · Emissionsintensiver Konsum
10 · Umwelt, Landwirtschaft & Konsum · Problem 35/46

Sehr emissionsintensiver Konsum wird nur teilweise gezielt bepreist

ProblemfeldUmwelt, Landwirtschaft & Konsum
Datenstand2025
Redaktionscheck29.09.2026
01 · Problem

Was ist das Problem?

Ein kleiner Teil besonders ressourcen- und emissionsintensiven Konsums kann überproportional hohe Umweltkosten verursachen. Die Belastung ist heute je nach Verkehrsmittel und Produkt sehr unterschiedlich.

02 · Maßnahmen

Was der Staat tun kann

  1. 01

    Kfz-Steuer stärker nach CO₂-Ausstoß und Fahrzeuggewicht staffeln und die Belastung vor dem Kauf klar ausweisen.

    Bund
  2. 02

    Steuern und Abgaben auf Flugverkehr europäisch abstimmen, um Ausweichverkehr zwischen Nachbarstaaten zu begrenzen.

    Bund · EU
  3. 03

    Für große Steuervergünstigungen Kosten, Begünstigte, Klima- und Verteilungswirkung veröffentlichen.

    Bund
  4. 04

    Steuervergünstigungen ohne klaren Zweck befristen und nach einer festen Prüfung auslaufen lassen.

    Bund · EU
03 · Im Alltag

So könnte es im Alltag aussehen

Ein vereinfachtes Beispiel dafür, was sich durch die vorgeschlagenen staatlichen Maßnahmen praktisch ändern könnte.

Heute

Zwei Fahrzeuge verursachen sehr unterschiedliche Emissionen, werden steuerlich aber nur teilweise nach Verbrauch und Gewicht unterschieden. Auch bei Flugreisen sind Klimakosten nur teilweise im Preis sichtbar.

Wenn die Maßnahmen greifen

Wenn Steuern und Abgaben stärker an tatsächlichen Belastungen ausgerichtet und Ausnahmen regelmäßig geprüft werden, würden besonders emissionsintensive Entscheidungen eher die damit verbundenen Kosten widerspiegeln.

Beispielhafte Alltagssituation. Die tatsächliche Wirkung hängt von Ausgestaltung, Finanzierung und Umsetzung ab.

04 · Andere Länder

Was andere Staaten bereits machen

Österreich
Maßnahme

Österreich hat eine Normverbrauchsabgabe (NoVA) für Autos, die stark auf den CO₂-Ausstoß abzielt. Besonders spritfressende Luxusfahrzeuge werden dadurch bei der Anschaffung deutlich höher besteuert, was einen Anreiz zum Kauf sparsamerer Modelle setzt.

Ergebnis

Die Steuer kann bis zu 32% des Kaufpreises betragen.

Übertragbar auf Deutschland

Sollte eine solche Steuer klar definierte Bemessungsgrundlagen, geringe Umgehungsmöglichkeiten und realistische Einnahmeerwartungen haben.

Schweiz
Maßnahme

Die Schweiz erhebt in einigen Kantonen eine Vermögenssteuer, die auch Luxusgüter wie teure Autos, Boote oder Kunstwerke indirekt erfasst und zur Finanzierung des Gemeinwesens beiträgt.

Ergebnis

Zudem gibt es spezifische Abgaben auf große Segel- und Motorboote.

Übertragbar auf Deutschland

Sollte eine solche Steuer klar definierte Bemessungsgrundlagen, geringe Umgehungsmöglichkeiten und realistische Einnahmeerwartungen haben.

Frankreich
Maßnahme

Frankreich erhebt mit der Impôt sur la fortune immobilière eine Vermögensteuer auf hohes Netto-Immobilienvermögen. Sie erfasst nicht pauschal Autos, Kunst, Yachten oder andere Luxusgüter. Für besonders emissionsintensive Fahrzeuge und bestimmte Verkehrsmittel bestehen daneben gesonderte Umwelt- und Zulassungsabgaben.

Ergebnis

Der französische Fall zeigt, dass eine klar abgegrenzte Immobilienvermögensteuer administrativ etwas anderes ist als eine allgemeine Luxussteuer.

Übertragbar auf Deutschland

Müsste deshalb zuerst geklärt werden, ob Vermögen, Konsum oder Umweltbelastung besteuert werden soll.

05 · Quellen

Quellen