Perfekter Staat
Start · Probleme · Unflexible Arbeitsmodelle
02 · Arbeit & Fachkräfte · Problem 03/46

Arbeitsmodelle sind oft wenig flexibel

ProblemfeldArbeit & Fachkräfte
Datenstand2026
Redaktionscheck29.09.2026
01 · Problem

Was ist das Problem?

Viele Tätigkeiten lassen flexible Arbeitsorte oder -zeiten zu, andere nicht. Betriebe und Beschäftigte brauchen Regeln, die Produktivität, Gesundheit und Planbarkeit zusammenbringen.

02 · Maßnahmen

Was der Staat tun kann

  1. 01

    Ein gesetzliches Antragsrecht auf Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten für geeignete Tätigkeiten einführen.

    Bund
  2. 02

    Arbeitgeber verpflichten, Ablehnungen innerhalb einer festen Frist nachvollziehbar zu begründen.

    Bund
  3. 03

    Modellversuche zur Vier-Tage-Woche finanzieren und getrennt auswerten, ob die Wochenarbeitszeit sinkt oder nur auf weniger Tage verteilt wird.

    Bund
  4. 04

    Randzeitenbetreuung und verlässliche Vertretungsangebote für Beschäftigte mit Pflegeverantwortung ausbauen.

    Länder · Kommunen
  5. 05

    Verbindliche Standards für digitale Wunschdienstpläne und Schichttausch festlegen.

    Bund · Länder
03 · Im Alltag

So könnte es im Alltag aussehen

Ein vereinfachtes Beispiel dafür, was sich durch die vorgeschlagenen staatlichen Maßnahmen praktisch ändern könnte.

Heute

Ein Vater möchte an zwei Tagen früher Feierabend machen, um sein Kind abzuholen, und die Stunden später nachholen. Starre Arbeitszeitregeln und fehlende Betreuung machen das schwierig.

Wenn die Maßnahmen greifen

Wenn der Staat flexiblere Arbeitszeitmodelle rechtssicher ermöglicht und Betreuung verlässlicher ausbaut, könnte er seine Arbeitszeit planbarer an die Familie anpassen, ohne weniger arbeiten zu müssen.

Beispielhafte Alltagssituation. Die tatsächliche Wirkung hängt von Ausgestaltung, Finanzierung und Umsetzung ab.

04 · Andere Länder

Was andere Staaten bereits machen

Island
Maßnahme

Zwischen 2015 und 2019 testeten Reykjavík und die isländische Regierung in zwei großen öffentlichen Pilotprogrammen Wochenarbeitszeiten von 35–36 Stunden ohne Lohnkürzung.

Ergebnis

Die Auswertungen berichten überwiegend stabile oder verbesserte Produktivität und höheres Wohlbefinden. Es handelte sich um ausgewählte öffentliche Arbeitsplätze, nicht um ein landesweites gesetzliches Vier-Tage-Woche-Modell.

Niederlande
Maßnahme

Die Niederlande schützen Teilzeitbeschäftigte vor Benachteiligung und geben Beschäftigten unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, eine Änderung ihrer vertraglichen Arbeitszeit zu beantragen. Arbeitgeber dürfen einen solchen Antrag nur aus gewichtigen betrieblichen Gründen ablehnen. Homeoffice und Arbeitsort sind rechtlich weniger absolut abgesichert als die Arbeitszeit.

Ergebnis

Das hat flexible Erwerbsmodelle verbreitet und erleichtert vielen Menschen die Verbindung von Arbeit und Betreuung. Zugleich arbeiten besonders viele Frauen in Teilzeit, was Einkommen, Karriere und spätere Rentenansprüche begrenzen kann.

Portugal
Maßnahme

Portugal testete 2023 eine freiwillige und reversible Vier-Tage-Woche in 41 Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten. Die Wochenarbeitszeit sank im Mittel von 39,3 auf 34 Stunden, ohne dass der Staat Lohnkosten übernahm; Unternehmen erhielten vor allem organisatorische Unterstützung.

Ergebnis

95 Prozent der teilnehmenden Unternehmen bewerteten den Versuch positiv. Beschäftigte berichteten über bessere Vereinbarkeit und weniger Erschöpfung; die Ergebnisse stammen jedoch aus einer selbst ausgewählten Gruppe und belegen nicht, dass das Modell in jeder Branche gleich funktioniert.

Übertragbar auf Deutschland

Sprechen die Erfahrungen für freiwillige, evaluierte Modelle mit Arbeitszeitschutz und klaren Erreichbarkeitsregeln statt einer pauschalen Lösung für alle Branchen.

05 · Quellen

Quellen